Samstag, 15. November 2008

Captain Planet-Super-Hero-Man


Wer zum deutschen Obama werden will, sollte englische Schlachtrufe meiden.

Inzwischen liegen belastbare Prognosen für Barack Obamas erste 100 Tage im Amt vor: In dieser Zeit wird er das Al-Kaida-Netzwerk an Facebook verkaufen, den Klimawandel stoppen, das Finanzsystem retten und ein sparsames SUV für General Motors entwickeln.

So viel Leistung nährt die Hoffnung, auch hierzulande ein wenig vom segensreichen Wirken des transatlantischen Messias abzubekommen. Als gesichert gilt, dass Obama die Politikverdrossenheit beendet, den Transrapid kauft, meine Steuererklärung macht und ein sicheres Atommüllendlager findet.

Um auf Dauer kein erdrückendes Heilsbilanzdefizit aufzubauen, wird trotzdem weiter intensiv nach einem deutschen Obama gesucht - ein Unterfangen, das um einiges schwieriger zu werden verspricht als die turnusmäßige Suche nach der Reinkarnation des Dalai Lama.

In der Zwischenzeit droht uns eine Serie peinlich bemühter Versuche, durch die Rezitation des Obama-Mantras ("Jäss! Vieh! Känn!") den Zustand der politischen Lichtgestalt zu erreichen.

This can only into the trousers go, wie das Beispiel von Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Jürgen Seidel beweist. Der rief seinen Anhängern fröhlich ein grundfalsches "We can more!" zu. Dabei muss sich kein Politiker auf das Glatteis einer rudimentär beherrschten Fremdsprache begeben, um an der Kraft des "Yes, we can!" teilzuhaben. Die deutsche Übersetzung "Jo, wir schaffen das!" ist der kommenden Wählergeneration bestens vertraut - als Schlachtruf der TV-Trickfilmfigur "Bob der Baumeister". Fürs Erste vielleicht das bessere Vorbild.


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